Evangelium-vom-Tag.de

Tägliche Betrachtung zu den liturgischen Tageslesungen.
(Ein kleines Projekt zur Neuevangelisierung - nicht nur im Jahr des Glaubens)
Das Angebot richtet sich an Menschen, die dem Wort Gottes eine angemessene, längere Zeit widmen möchten - es ist also kein schnelles "Mc-Evangelium" im "Fastfood-Trend", sondern will zu intensivem Betrachten anregen. Die Gedanken hier sind dabei nur anfanghafte Impulse zum tieferen Eintauchen in den Reichtum des Wortes Gottes.
Gottes Segen allen Besuchern.

Auf vielfache Bitten hin haben nun die Vorbereitungen begonnen, die fortlaufenden Betrachtungen in Buchform zu fassen und für den Druck aufzubereiten. Aus Urheberrechtsgründen sind daher nur nur noch Leseproben hier veröffentlicht. Voraussichtliches Erscheinungsdatum des ersten Bandes ist noch nicht festgesetzt.

Freitag, 26. April 2013

4. Wo. der Osterzeit - Samstag

Der VATER - verherrlicht im SOHN - in uns 

4. Woche der Osterzeit - Samstag

1. Lesung:       Apg 13, 44-52
Antwortpsalm: Ps 98 (97), 1.2-3b.3c-4 (R: vgl. 3cd)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 14, 7-14
Direkt zum      Schott-Messbuch

"Wie es war im Anfang, so auch jetzt ...", das sieht man heute deutlich an der Lesung aus der Apostelgeschichte. Es ist immer wieder das Gleiche: Eifersucht, Diskussionen, Beschimpfungen durch die Einen und doch auch Freude und Lobpreis Gottes in neuem Glauben bei den Anderen. Das Wort Gottes lässt sich nicht aufhalten, sondern verbreitet sich weiter. Wunderbar ist, dass hier geschrieben steht: "Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend." 

Es ist DAS WORT, das aus sich wirksam ist, das SICH verbreitet, denn es ist nicht nur irgendein Wort, sondern dahinter steht das EWIGE WORT mit aller Vollmacht und Herrlichkeit, mit seinem Sieg über Tod und Hölle und der lebenserweckenden Kraft Gottes, die alles überwindet. 
Wenn man diese Gnade des Wortes auch nur anfanghaft und ohne den eigenen, alles verzerrenden Anspruch auf Rechthaberei, auf Besserwisserei .. ansieht - muss man da nicht einfach voll Freude Gott loben und preisen, wie die Heiden? 

In ihnen finden das Wort Gottes und seine Wunder ein kostbares Echo und das Wort trägt sie gleichsam auf den Flügeln des Geistes hinein in die Freude des Himmels, der immer und überall die Liebe und das Erbarmen Gottes erkennt und ehrt.
Die "Frommen" und "Selbstgerechten" aber kennen hier nur Zorn aus Eifersucht, fürchten ihre Besitzansprüche und eigenen Ideen zu verlieren, suchen nach dem Schatten, ... und wollen Gott vom Thron stoßen, um selbst darauf Platz zu nehmen.

Es ist beinahe ein "Klassiker", wenn wir lesen, dass die "vornehmen Leute" aufgehetzt werden, denn wer weltliche und politische Macht besitzt, gilt als mächtig und als Sicherheit. 

Wenn man diese Macht für die eigenen Interessen gewinnen kann und sich mit ihr "verbrüdert", hofft man, zu siegen und sich selbst einen Platz zu sichern, der eigentlich Gott zusteht.
Die Frauen hatten offensichtlich einen großen Einfluss - das zeigt die Geschichte immer neu. Wenn die Frau Gott dient und gehorcht - wie Maria - fließt unfassbare Gnade von Gottes Thron. 
Wenn die Frau in sich selbst verkrümmt nur noch die eigenen Ziele verfolgt - wie Eva und ihre Töchter - dann bedeutet das immer für die gesamte Schöpfung eine schmerzvolle Konsequenz, was man unschwer auch in unserer heutigen Zeit nachvollziehen und mit unzähligen Beispielen belegen kann.
Das Wort, das in Maria "Fleisch angenommen" hat und in diese Welt hinein getreten ist, erleidet in der Sünde "Evas" in all ihren Schattierungen immer Ähnliches, wie eine "Abtreibung", die das Wort und seine Gnadenfülle schon im Anfang absterben lässt, noch bevor es geboren werden konnte ...!

Dennoch lässt sich die Gnade Gottes niemals gänzlich "vertreiben", "abtreiben" oder "fort-treiben"! Der Staub der Unfruchtbarkeit wird unserer Zeit zum Gericht und wird Zeuge sein, gegen unsere Auflehnung.
Im Gegensatz dazu wird sich das Wort Gottes aber auch immer weiter verschenken, verbreiten, ausbreiten ... und "die Jünger waren voll Freude und erfüllt vom Heiligen Geist." und das ist und bleibt immer die Frucht des Wortes.

Antwortpsalm: Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht.
Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm. 
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker
Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel.
Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt! 



Das Heilige Evangelium ist heute wieder so unglaublich reich, dass man schon beim ersten Satz ganz still halten will und im Schweigen des eigenen Herzens zuerst nur den "Geschmack des Leuchtens" dieser Worte verkosten möchte.
"Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen." 
"IHN erkennen" - bedeutet IHN erkennen im geheimnisvollen Schauen, das weit über das Sehen hinaus geht!
  • Wie lange kennen wir Jesus bereits? 
  • Haben wir ihn schon so angeschaut, dass wir ihn auch er-kennen konnten? 
  • Betrachten wir ihn wirklich mit den Augen des Herzens, die uns im Heiligen Geist wahrhaft schauen lassen, "was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat"?
  • Wie lange ist der Herr schon bei uns - und - sind wir seither auch bei ihm?
  • Schauen wir ihn an - im Geheimnis des Wortes, im Geheimnis des allerheiligsten Sakramentes des Altares?
  • Schauen wir ihn an - im Geheimnis des Menschen, der uns gegenüber ist, erkennen wir ihn im "Nächsten" und im Alltag?
  • Schauen wir ihn an, sehen wir ihn, der schon so lange und immer bei uns ist?
  • ...?
Wie oft jammern wir in unserem Herzen, dass wir Gott doch gerne schauen wollten, dass er sich uns doch zeigen möge, ... und es ist ebenso eigenartig, wie die Frage des Philippus. Jesus sagt zu ihm in einer Weise, die uns tief ins Herz fallen will, weil sie so mit Güte und Geduld, mit unsagbarer Liebe aber auch als ernste Mahnung erfüllt ist:
"Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke." 

Glauben wir denn? Glauben wir Jesus? 
Glaube ich, dass er im Vater ist und dass der Vater in ihm ist? 
Wie gewaltig, dann zu wissen, dass die Heilige Taufe und besonders die Hl. Sakramente uns in unaussprechlicher Weise in jene göttliche Einheit aufgenommen hat und aufnehmen! 
Es ist das Wort Gottes, das im doppelten Sinn zur Brücke wird. 
Es ist das gesprochene, das geschriebene, das gehörte und das bedachte Wort Gottes ... und zugleich der Herr selbst, der das lebendige WORT ist! 
Das Wort geht vom Vater aus und kehrt nie leer zum Vater zurück und immer ist es erfüllt vom Glanz und der Vollmacht und Kraft des Heiligen Geistes. 
Es ist der Sohn der wirkt, weil der Vater wirkt, in der Glut der Wirkmacht des Heiligen Geistes ... und dieses Geheimnis wohnt mitten unter uns, ja in uns und will uns gleichsam "transformieren" und uns eins machen, in der "Erkenntnis", die immer "Einswerdung" im Tiefsten bedeutet - weit über alles Verstehen hinaus!

In welcher Sehnsucht klingt in Jesu Wort die Liebe Gottes an unser Herz, wenn er sagt: "Glaubt mir doch,..." 
Was für eine Bitte, was für eine Aufforderung, was für ein Sehnen Gottes ...! 
"Glaubt mir doch,..."
Wie sehr müsste unser ganzes Sein hier in die Knie gehen - wenn Gott sich uns so sehr zuneigt und gleichsam um unsere Aufmerksamkeit, unseren Glauben, unsere Ernsthaftigkeit, unsere Treue, unsere Liebe ... wirbt und bittet. 

Welche Verheißung ist an jenen Glauben geknüpft, der als Gabe herab kommt und nur unsere Zustimmung erbittet, um in uns seine ganze Wirksamkeit und Herrlichkeit zu entfalten: 
"Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.
Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun." 
Dieser Glaube, diese Erkenntnis wollen uns so sehr mit Gott vereinen und ihm gleichförmig werden lassen, dass wir wahrhaftig fähig werden, zu bitten, was Gott schenken will!
Im Namen Gottes bitten - das bedeutet, dass wir bitten können, was Gott entspricht, was mit ihm völlig eins ist. 
Im Namen Gottes bitten - das bedeutet, dass wir erflehen dürfen, was Gottes Sehnsucht schenken will! 
Im Namen Gottes bitten - das bedeutet, dass wir ihm so ähnlich sein dürfen, dass wir gleichsam "göttlich" beten können und darum auch göttliche Werke folgen werden.

Im Namen Gottes bitten - das bedeutet, 
dass Jesus in uns zum Vater ruft 
und der Vater in uns zur Antwort wird 
und im Heiligen Geist durch uns geschehen kann, 
was aus Gottes Macht herabkommt, 
um wieder zu Gottes Thron in seligem Jubel aufzusteigen.

Das hat so gar nichts mehr mit Eigenwilligkeit und kleinlichen Wünschen zu tun, sondern das ist göttliche Begnadigung, die uns göttlich handeln lässt, weil wir im Glauben von ihm selbst durchdrungen und befähigt sind, zu wirken, was er wirken will.
Darum spricht Jesus hier von der Verherrlichung des Vaters im Sohn und wir sind gleichsam der geheiligte Ort, an dem sich dieses Geheimnis manifestieren will, aufstrahlen will, Zeugnis werden will ...

Was für ein Heiliges Evangelium! 
Das ist also ein kleiner Einblick in die Wirklichkeit der heiligen Glaubenskraft, die uns geschenkt sein will, wenn wir nur beginnen, Jesus anzuschauen, ... um ihn zu "erkennen", mit ihm eins zu werden, ... und so im Vater zu sein, wie er im Vater ist und der Vater in ihm!
Da bekommt auch die Anbetung im schweigenden Schauen eine ganz neue Dimension! "Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen."
Nicht wir tun oder leisten zuerst etwas in der Anbetung, nicht wir "machen eine Stunde Anbetung", ... sondern wir empfangen die Gabe des Glaubens in der Gabe des Schauens in der Gabe der Anbetung ...!

Wer vermag hier noch viele Worte zu machen? 
Staunend, voll Ehrfurcht und Jubel wollen wir das Wort "anschauen", "betrachten" und uns vom Wort durchdringen lassen, ... bis wir im Wort Gottes, den Herrn "erkennen", um von ihm erfüllt zu sein und so zum heiligen Ort zu werden, an dem Gott sich selbst verherrlicht und offenbart und wirkt.


Gebet:

Allmächtiger, heiliger, ewiger GOTT!
Öffne mir die Augen des Herzens 
im HEILIGEN GEIST, 
damit ich DICH schauen 
und DICH erkennen lerne!

Lehre mich wie MARIA zu hören, 
und im Licht des HEILIGEN GEISTES 
das Echo der gehorsamen Antwort des SOHNES 
in mir zu tragen, 
DEIN göttliches Wort 
in mir wachsen zu lassen,
bis DU selbst in mir 
zur Bitte an den VATER wirst,
die ER gewährt, 
weil sie jene Fülle 
und jenen Glanz in Vollendung trägt,
die aus der Herzmitte
DEINER göttlichen Liebe überströmen.

In DEINEM Namen JESUS
erbitte ich 
in der Kraft des HEILIGEN GEISTES
die heiligste Gabe,
dass der VATER sich in mir 
und meinem Leben verherrliche, 
durch DICH HERR, JESUS,
im Gluthauch des Liebe des GEISTES,
heute schon 
und in Ewigkeit. 

Amen.


© 27.04.2013 / 05.05.2012 Michaela Voss 
Die Gedanken und betrachtenden Texte dieser Seiten unterliegen dem Urheberrecht und verstehen sich als persönliche und private Impulse zum Nachdenken (unbeschadet der unbeschränkten Anerkennung aller kirchlichen Lehräußerungen).



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