Evangelium-vom-Tag.de

Tägliche Betrachtung zu den liturgischen Tageslesungen.
(Ein kleines Projekt zur Neuevangelisierung - nicht nur im Jahr des Glaubens)
Das Angebot richtet sich an Menschen, die dem Wort Gottes eine angemessene, längere Zeit widmen möchten - es ist also kein schnelles "Mc-Evangelium" im "Fastfood-Trend", sondern will zu intensivem Betrachten anregen. Die Gedanken hier sind dabei nur anfanghafte Impulse zum tieferen Eintauchen in den Reichtum des Wortes Gottes.
Gottes Segen allen Besuchern.

Auf vielfache Bitten hin haben nun die Vorbereitungen begonnen, die fortlaufenden Betrachtungen in Buchform zu fassen und für den Druck aufzubereiten. Aus Urheberrechtsgründen sind daher nur nur noch Leseproben hier veröffentlicht. Voraussichtliches Erscheinungsdatum des ersten Bandes ist noch nicht festgesetzt.

Mittwoch, 15. Mai 2013

7. Wo. Osterzeit - Mittwoch

Geheiligt im Wort 

7. Woche der Osterzeit - Mittwoch


1. Lesung:       Apg 20, 28-38
Antwortpsalm: Ps 68 (67), 29-30au. 30bu. 32b.33-34.35-36 (R: 33a.b)
2. Lesung:       
Evangelium:    Joh 17, 6a.11b-19
Direkt zum      Schott-Messbuch

Paulus ist nicht "blauäugig" und seine innere Freiheit beruht nicht auf einem blinden, dümmlichen "Optimismus". In aller Klarheit stellt er sich der Realität, die ihn mit Schmerz erfüllt und sein Lebensopfer weit über den Augenblick hinaus einfordert. Er sieht, dass alles, wofür er sich bis zum Letzten eingesetzt hat, ... der Zerreißprobe von Irrlehre, Rebellion, Spaltung etc. preisgegeben sein wird. "Tag und Nacht, unter Tränen ..." und er weiß, dass dies nicht ausreicht, um die geliebten Brüder und Schwestern im Glauben völlig sicher bestärkt zu haben. Er ist sich bewusst, dass spätestens nach seinem Weggang, der im Plan Gottes liegt, schon bald die Kämpfe beginnen werden, in denen er in gewisser Weise völlig hilflos nicht mehr persönlich eingreifen kann. 

Wenn wir das mit unserem Leben, der Kirche, der Familie vergleichen, dann können wir schnell nachempfinden, was für ein Schwert da durch das Herz des Völkerapostels drang!
Wenn man alles gegeben hat, wenn man für die Kirche, die Gemeinde, für die Kinder, für die geliebten Menschen ... wirklich alles getan hat, was möglich war, ... und dann doch zuschauen muss, wie alles "den Bach hinunter" zu gehen scheint und es den zerstörerischen Einflüssen der Welt so leicht zu fallen scheint, einfach zu zerreißen, was wir mit dem Herzblut der Liebe gehegt und gepflegt haben, ... dann erahnen wir, wovon Paulus heute spricht.
Wie viele Eltern haben wie der Apostel ihren Kindern mit Hingabe und vielen unerkannten, verborgenen Opfern und Tränen im Herzen versucht, die Liebe zu Gott ins Herz zu pflanzen, ihnen die Maßstäbe Gottes zu vermitteln, ihnen eine Grundlage für ein gutes Leben mitzugeben! Und dann - dann müssen sie zusehen, wie die "Wölfe" des Konsums, der Spaßgesellschaft, des Mainstream, der verfallenden Moral und niedergehenden Kultur unserer Gesellschaft alles zerstören und es keine Schonung gibt.
Wie viele Priester haben wie der Apostel den ihnen anvertrauten Menschen unter größtem Einsatz, mit der Hingabe ihres ganzen Lebens ... das Evangelium verkündet, versucht, die Liebe zu Gott und den Sakramenten zu vermitteln, ... und müssen dann zusehen, wie man alles einstampft, alles zerredet, kritisiert und den "Wölfen" der modernen, weltgebundenen Meinungen unterwirft und die kostbare Gnade verspielt.
Wie viele Beispiele ließen sich hier finden. 
Paulus ist hier ein großartiger Lehrer, wenn es darum geht, mit der Realität der Freiheit der Menschen umzugehen. Wie es einem echten Apostel entspricht, blickt er im Herzen auf seinen Herrn und Meister und folgt Gottes Weisheit und Größe.
Er hat nicht schon vorher resigniert und gesagt, dass es sich doch dann kaum lohnen würde, die ganze Wahrheit zu verkünden, so viel Schmerz und Not auf sich zu nehmen, sich so vielen Gefahren und der Verfolgung auszusetzen. 

Er hat nicht schon vorher resigniert und gesagt, dass es sich kaum lohnen würde, den unbeständigen, unverständigen und wankelmütigen Menschen alles zu schenken und alle persönlichen Opfer dafür zu bringen, wenn sie doch ohnehin kaum stand halten und man mit vielen Verlusten rechnen muss.
Er hat nicht gehofft, dass "es sich schon richten wird" und man nicht so viel einsetzen muss, weil es ohnehin nur wenig dauerhaften Erfolg verspricht. 
Er hat sein ganzes Leben eingesetzt und hört nicht auf, sich selbst völlig hinzugeben - was auch immer das kostet.
Er hat nichts verkürzt, geschmälert und "angepasst", um möglichst "viele zu erreichen" und es so "billig wie möglich zu machen", damit man den Kampf reduziert, den Schmerz reduziert, ... Er hat die GANZE Wahrheit unverblümt und ohne Zensur verkündet, ob man es hören wollte, oder nicht, ob nun alle oder nur einige es annehmen wollten, ob man ihn dafür gesteinigt oder zum Gott erhoben hat, ob alle standhalten und treu bleiben, oder ob sie sich von Irrlehren beeindrucken lassen würden ...!

Das ist Paulus - der Mann nach dem Herzen Gottes!
Das dürfen auch wir sein - Menschen nach dem Herzen Gottes, denn Gott selbst hat sich in Jesus völlig hingegeben und bis in den Tod alles geopfert, ohne etwas zurück zu behalten, damit die gerettet werden, die diese Liebe annehmen.
Wie ein guter Vater, wie ein echter Freund findet der Apostel Worte der Ermutigung zum Abschied. Er warnt, mahnt zur Wachsamkeit, bittet um Treue - wenigstens im Gedenken an seine Mühen, wenn schon nicht aus echter Liebe zu Gott! 
Welch gütige Weisheit und Weitsicht. Die Liebe zum Menschen kann den Boden für die Liebe Gottes bereiten. 
Er macht sogar die menschliche Neigung der Liebe zu ihm - zum Diener für die Treue Gott gegenüber.
Er zeigt ihnen, dass er nichts für sich beansprucht hat, dass er aus wirklicher Überzeugung und Liebe all das getan hat und Gottes Wort gefolgt ist. Aus dem gleichen Grund geht er nun fort und vertraut sein ganzes Werk und all die Menschen, die er in Gott so lieb gewonnen hat, der Gnade Gottes an.

Wie bewegend ist, dass er sich dann hinkniet, um mit allen gemeinsam zu beten.
Das ist die kostbarste Geste dieser Lesung.
Paulus richtet die Gemeinde zum letzten Mal ganz auf Gott hin aus! Er zelebriert nicht seinen Abschied, seine Person, ... er zelebriert kein Bedauern, keine Ängste, Sorgen, keine Dankeshymnen oder Anklagen, keine Jammerei, ... sondern er tut, was sein ganzes Werk durchstrahlen will: er kniet vor Gott und betet, leitet sein Herz und die Herzen der Menschen an, sich über diese Erde zum heiligsten Angesicht Gottes zu erheben.
Das Einzige, was Paulus in die Knie bringt - ist seine Liebe und Ehrfurcht Gott gegenüber.
Das Einzige, was Paulus bewegen will - sind die Herzen - und zwar hin zum Herrn. 

Er kniet vor Gott und betet!
Wie oft sagen wir in einer völlig unangemessenen Weise voll Resignation: "Da hilft bloß noch beten!" Als ob das Gebet ein "bloß noch" wäre! 
Der Gottesdienst, die Anbetung, der Dank, das Lob, die Fürbitte, die Bitte, die Klage vor Gott ... all das gehört zu den tiefsten und höchsten Gaben, die uns geschenkt und anvertraut sind. 

Wenn wir beten können - dann können wir ALLES!
Gebet ist größte Werk, das uns gegeben ist, denn hier treten wir über uns hinaus und Gott selbst, der Geist Gottes in der Vollmacht des Erlösers erhebt uns ans Herz des Vaters, der alle Welten bewegt, hält und trägt! 
Es ist niemand Geringerer als der Geist Gottes selbst, der in uns das Gebet vollmächtig und wirksam werden lässt!
Darum kann eigentlich auch niemand sagen, dass sein Gebet nur wenig wert wäre, ... das hieße ja zu sagen, dass der Heilige Geist nur minderwertig wirken würde. Einzig die Sünde mindert Gottes Gnade in uns - doch durch die Erlösung und im Sakrament der Versöhnung ist diese Not und dieser Mangel jederzeit behoben. 

Gebet ist also das höchste Werk, das tiefste Geschenk, das Fundament und aller Aufbau bis hin zur Vollendung, denn es ist eine Gabe von Gott, die uns in der Kraft Gottes hin zu Gott trägt.

"Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen." 
Was auch immer wir getan haben, tun oder tun werden - das Gebet wird maßgeblich bestimmen, wie erfolgreich, gesegnet und hilfreich unser Werk sein darf! 
Keine Mutter und kein Vater brauchen verzagen, wenn ihre Kinder in die Prüfungen geraten, die kommen werden, ... sondern wie Paulus dürfen sie niederknien und sie immer und immer neu im Gebet in den Gnadenstrom und Schutz Gottes empfehlen. 
Da Gott diese Prüfungen zulässt, brauchen und dürfen wir uns nicht in den vielen "was wäre wenn - was wird sein, wenn ..."-Fragen verlieren.
Niederknien und beten! 
Und dann weiter in Treue den Weg Gottes gehen und mutig in die Nachfolge treten, die uns den Schmerz und das Kreuz nicht verheimlicht und auch nicht erspart, aber uns auch die Herrlichkeit und Kraft der Auferstehung verheißt!

Die Gemeinde in der Lesung weint, wird ergriffen, und der Schmerz wird in ihnen seinen eigenen Dienst tun, der ihnen Kraft und die rechte Hilfe in der Prüfung sein kann, wenn sie sich erinnern, wie lieb sie Paulus hatten und wie viel er ihnen bedeutete. 
Selbst wenn sie Gott vergessen, so bliebe dann doch wenigstens die menschliche Liebe und Sehnsucht.
Paulus lässt dies geschehen und so begleiten sie ihn dann zum Schiff, das ihn fort bringen wird, damit sich die Herzen der Menschen nicht an einen Menschen, sondern an Gott binden können.

Oft binden wir uns in falscher Art an Menschen, die uns gut tun, die uns Gott nahe bringen, die uns so wertvolle Dienste schenken dürfen,  begnadet sind, echte, geistliche Väter, Mütter, Brüder und Schwestern sind, ... und das ist in gewisser Weise auch erlaubt und gut.
Doch im Letzten ist es nötig, dass aus den menschlichen Bindungen eine unbedingte und ungeteilte Bindung an Gott wachsen kann. 
Das erfordert häufig dann auch schmerzliche "Abschiede", die doch in Wahrheit erst zu einer vertieften Einheit führen, die in Gott unzerstörbar und ohne jede Trübung dann ihren letzten Glanz entfalten darf, wenn wir alle "ein Leib und eine Seele in Christus" sein dürfen.

Was für eine mächtige Lesung, wenn wir auch nur anfanghaft betrachten, was sie uns in unseren Alltag hinein lehren will!

Der Antwortpsalm hält das Herz und den inneren Blick fest auf die Herrlichkeit Gottes und vertieft das, was wir in der Lesung ein wenig erahnen dürfen. Wie eine Brücke, ein mächtiger Stützpfeiler ist er im Blick auf das Evangelium, für das man ein Herz braucht, das bereits aufschaut, um von der Schönheit und der Macht der Worte Jesu tief ergriffen und getragen zu werden.



Im Heiligen Evangelium hören wir die Fortsetzung des Hohepriesterlichen Gebetes Jesu. 
Es ist wunderbar, dass gleichsam zur Einleitung nochmals der Vers Joh 17,1 steht, bevor der Text mit Vers 6a und 11b weiter geführt wird.
Wir haben gestern betrachtet, dass genau diese Stelle von größter Bedeutung ist: "In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete" 
Dieses Evangelium braucht Etappen und ist schon fast zu mächtig, denn die Dichte und Fülle, die innere Strahlkraft und Vollmacht sind in jedem Satz eigentlich schon so gewaltig, dass man mit einem Einzigen bereits eine ganze Liturgie füllen und erleuchten könnte.

Wir dürfen gleichsam wieder am Herzen des Herrn "lauschen" und sind in sein vertrautes Gespräch mit dem Vater hinein genommen.
Es ist unfassbar, erschütternd und ein heiliges Geheimnis, das uns hier aufnimmt. 
Wir sind heute oft kaum noch fähig, auch nur annähernd zu erahnen, was es beispielsweise für die Jünger bedeutet haben muss, Jesus so mit Gott sprechen zu hören!
"VATER!" Allein diese Anrede ist so unbegreiflich und ehrfurchtsgebietend für die Apostel, die wohl viele (Eigenschafts-)Namen Gottes kannten, aber dennoch immer wussten, dass der Name des Ewigen eigentlich unaussprechlich bleibt. 
Wir dagegen haben oft kaum noch eine Ahnung, was wir sprechen dürfen, wenn wir "VATER!" sagen. Das Geschöpf, das untreue, rebellische, winzige Geschöpf kann niemals ohne die Gabe des Gottesgeistes und ohne die Erlösungsgnade im Blut des Lammes seine kleine Stimme erheben, um es auch nur zu wagen, den Schöpfer mit einem der vielen Eigenschaftsnamen anzusprechen, geschweige denn IHN "VATER!" zu nennen.

Allein in Jesus und im Heiligen Geist ist uns DAS durch die Heilige Taufe geschenkt und erlaubt, sind wir privilegiert und ausgerüstet, so unser Wort zu erheben und Gott anzusprechen. 
Wir leben jedoch in einer Zeit, die aus dem Erbarmen und der unendlichen Liebe Gottes, aus der Gnade, die er uns schenkt und aus der unfassbaren Erwählung (aus der Geschöpflichkeit hinein in die Gegenwart Gottes ...) ein primitives "Kumpeldasein" Gottes, eine maßlos dreiste Selbstverständlichkeit gemacht hat, die alles verdunkelt und uns der Fülle beraubt, die uns anvertraut sein will.
"VATER!" dürfen wir sagen und ahnen kaum, was unsere Lippen und unser Herz hier tragen dürfen!
"VATER!" dürfen wir sagen - nur weil Jesus Christus uns in Kreuz und Auferstehung den Weg der Kindschaft erschlossen hat - und um welchen Preis sind wir in dieser privilegierten Position?
"VATER!" - wir hören, wie der ewige Sohn zum ewigen Vaters spricht und dürfen diese Worte nicht nur hören, sondern wiederholen, in uns aufnehmen, tragen, lebendig werden lassen.
"VATER!" Was für ein Wort!

Jesus sagt mit zum Himmel erhobenen Augen heute: "Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart" 
Der Name ist biblisch gesehen mehr als nur eine simple Ruf-Bezeichnung.
Im Namen ist die ganze Person präsent und so ist das Wissen um den Namen mit einer Vollmacht verbunden, die Zugang zum ganzen Wesen des Genannten bekommt. 
Wenn wir in der Offenbarung des Johannes lesen: "Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer siegt, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben. Ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein steht ein neuer Name, den nur der kennt, der ihn empfängt." (Offb 1,17) kommt ein wenig zum Ausdruck, wie groß der Name in seiner Bedeutung ist.
Gott und der Gerufene allein kennen den wahren Namen, denn er umfasst die gesamte Person mit all ihren Eigenschaften, Eigenheiten, und der einzigartigen, einmaligen Berufung. 
Im Wort "Berufung" ist vielleicht am eindrücklichsten dieses Geheimnis angedeutet. 
Nur der, der wirklich bei seinem einzigartigen Namen seines Wesens "gerufen" ist, wird sich auch angesprochen fühlen. Berufung ist Interaktion der Gnade Gottes in seinem "Ruf" mit dem Innersten eines Menschen, das sich ins ganze Leben hinein entfalten will, um ihn zu vollenden.
Im Namen vereinen sich der ganz persönliche, individuelle Aspekt und auch der soziale Charakter, der Gemeinschaft erlaubt. 
Der Name einer Person wird immer mehr erfüllt von ihrer Einzigartigkeit, so dass beim Aussprechen des Namens die Person in allem gegenwärtig wird, was sie ausmacht. Er hat also einen gewissen offenbarenden Charakter. 
Andererseits schafft der Name Gemeinschaft und die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen, zu interagieren. Wenn ich z.B. alle möglichen Wörter durch einen Raum voller Leute spreche, kann sich davon niemand angesprochen fühlen. Wenn ich aber den Namen einer anwesenden Person nenne, dann wird diese darauf reagieren und Kommunikation auf einer anderen Ebene ermöglichen.

In den Namen Gottes offenbaren sich verschiedene Eigenschaften Gottes und doch bleibt Gott im Alten Testament unerreichbar und unaussprechlich.
Erst in Jesus Christus kommt diese große Vertrautheit im neuen Namen Gottes, der sich uns offenbart: "VATER!"
Jesus hat uns nicht nur ein Wort geschenkt, sondern die Offenbarung des Namens unseres Vatergottes lässt uns bereits an Gott in einer Weise teilhaben, die bis dahin undenkbar war.

Es ist nicht umsonst das zweite Gebot, den Namen Gottes nicht zu verunehren. 
Im Namen Gottes offenbart er sich, lässt uns in Gemeinschaft mit ihm treten und den heiligsten Namen Gottes zu missbrauchen ist wie ein Verrat an der Liebe Gottes.

"Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir. Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast."  
Hier leuchtet mit großer Schönheit und auch ehrfurchtgebietender Klarheit auf, welche Kraft und Gnade im Heiligsten Namen Gottes liegt, der über uns ausgerufen ist.

Allein bei diesem Gedanken möchte man heute stehen bleiben und ihn vertiefen. 
Jeder Satz des heutigen Evangeliums ist so reich und groß. Jesus lässt uns eben wirklich und wahrhaftig an göttlichen Geheimnissen teilhaben und wir hören von Mysterien, die den unendlichen, himmlischen Räumen Glanz und Strahlen schenken, das in Ewigkeit immer mehr Reichtum entfalten und dem Betrachter immer neue Wunder der Liebe Gottes offenbaren will.

"Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit." 

Und dieses Wort ist uns geschenkt und anvertraut!
Wir dürfen das heilige Wort Gottes hören, es sehen, lesen, 
Wir dürfen das heilige Wort Gottes sprechen, denken, betrachten, 
Wir dürfen das heilige Wort Gottes in uns aufnehmen und es weiterschenken.
Wir dürfen das heilige Wort Gottes schauen, es in seinen unsagbaren Formen und Gestalten erfahren.
Denn das Wort wurde Fleisch und hat unter uns gewohnt und war selbst der Namen, der über alle Namen ist und vor dem sich jedes Knie beugt! 
Und wir dürfen es empfangen, verkosten, 
in IHM leben, 
aus IHM leben 
und von IHM das ewige Leben erben!

"Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen." (Joh 1,1-4) 


Gebet:

VATER! 
VATER unser!
VATER unser im Himmel!
Mit erhobenen Augen wollen wir DICH schauen,
denn JESUS hat DICH uns offenbart.
DEIN Name werde verherrlicht in unserem Leben,
das DEINER Herrlichkeit teilhaftig sein darf, 
weil über uns DEIN Heiligster Name ausgerufen ist,
der uns zu Kindern macht.
Heilige uns in der Wahrheit, die DU selber bist!
Verherrliche DICH in uns
durch JESUS CHRISTUS, DEINEN SOHN, unseren Herrn
und im HEILIGEN GEIST,
der ausgegossen ist über uns.
Sei in Ewigkeit angebetet und gepriesen.
Amen.



© 1.5.05.2013 / 22.05.2012 Michaela Voss 
Die Gedanken und betrachtenden Texte dieser Seiten unterliegen dem Urheberrecht und verstehen sich als persönliche und private Impulse zum Nachdenken (unbeschadet der unbeschränkten Anerkennung aller kirchlichen Lehräußerungen).



Das Jahr des Glaubens - im Licht der Heiligen Schrift - in der Liturgie der Kirche.
Wo das Wort Gottes wohnt, ist der Glaube beheimatet!
Herzliche Einladung auf unsere Seite zum Jahr des Glaubens: